sonntag / duminica / vasarnap
01.02.09
in der spalte links habe ich’s schon auf’s kuerzest moegliche zusammenegfasst, warum siebenbuergen ein reflexionswuerdiges thema ist: weil es mehr ist, als es sich einem auf den ersten und zweiten blick (alltags- oder ideologietrueben) blick erschliesst.
jenseits des sichtbaren siebenbuergen – einer marginalen provinz mit sonderbaren, “kleinkarrierten” eigenheiten und problemen tritt von hinter dem spiegel der alltagstaeuschungen ein land hervor, das jenseits von waeldern, politik und geschichte eine miniaturausgabe eines ganzen kontinents reflektiert. europa in europa – nicht mehr aber auch nicht weniger.
ist wohl zu viel des guten fuer uns, provinzielle gemueter?

freunden habe ich es oefter gesagt, oder hie und da aufgeschrieben, trotzdem wiederhole ich es hier: siebenbuergen vetritt mit seinen voelkern und konfessionen praktisch ganz europa: hier und nur hier sind meines wissens alle grossen sprachgruppen europas seit 1000 jahren beheimatet: lateinisch, slawisch, germanisch, nichtindoeuropaeisch, aussereuropaeisch.
und keiner scheint es zu bemerken…
was sich in sbg. vielleicht seit jeher abspielt ist ebenfalls eine spiegelung gesamteuropaeischer prozesse und entwicklungen und irrungen und wirrungen. schade, dass wir vor allem die beiden letzten auskosten durften in den letzten 100-150 jahren.
vielleicht kommt davon die unterbewusste siebenbuergische melancholie seiner bewohner?
und da sbg. der weg zu jeglicher form von organisierter politik momentan versperrt ist, sollten wir die pause von der geschichte dazu nutzen, unser hiersein in diesem raum ruhig und gelassen zu betrachten und seine fuelle neu entdecken! fuer viele von uns ein neues erlebnis, oder?
daraus kann dann, irgenwann sogar politik werden – oder auch nicht. denn wenn man erkannt hat, dass einem gar nichts fehlt, muss man auch nichts mehr unnuetz erstreben. das ist mein siebenbuergen in seinem wesen: ein europaeischer mikrokosmos, vollgepackt mit sinn fuer die, die das sehen wollen. deshalb glaube ich, dass sbg. kulturell etwas leisten und europa schenken kann.
dieses etwas ist identitaere selbsterkenntnis fuer bewohner ganz europas.
ich weiss, dass das alles ziemlich bombastisch und romantisch-leer klingt! aber dafuer kann ich ja nichts, dass ich etwas wertvolles beim namen nennen will in einer epoche, die werte wie zwanghaft aushoehlt.
sbg. hat durch fuegung und auf schmerzlichem wege die chance bekommen, keine politik machen zu koennen/muessen, weil es ihm ungarn und spaeter rumaenien verboten haben.
gut, sollen sie die sorge des regierens in unregierbaren zeitene haben, nicht wir!
Leave a Response »